Der Geruchssinn, als ältester unserer Sinne, hat sich im Laufe der Evolution hervorragend an die Bedürfnisse des Mesnchen angepasst. Auf einer Fläche von nur 5,5 cm² befinden sich mehrere Millionen Riechsinneszellen, von denen sich etwa 400 unterschiedlichen Typen unterscheiden lassen.

Riechen ist eine Wahrnehmung, die durch Luftbestandteile, die den Geruchssinn aktivieren, ausgelöst wird. Geruch ist die Interpretation der durch solche Geruchsstoffe ausgelösten Sinneserregungen. Das menschliche Geruchssystem kann Tausende von verschiedenen Duftstoffen unterscheiden und im Gehirn zu Gerüchen zusammensetzen. Es fällt uns aber schwer, Gerüche zu benennen und örtlich zu lokalisieren. Bei dieser Aufgabe sind wir auf das Zusammenspiel mit unseren anderen Sinnen angewiesen. Der menschliche Geruchssinn ist bis heute allen bekannten chemischen Methoden zur Geruchsanalytik überlegen. Viele Sensoren sind zwar bei einzelnen Stoffgruppen sehr viel empfindlicher, versagen aber bei sehr breitbandigen Gerüchen.

Unser Geruchssinn schläft nie. Er warnt uns vor Gefahren, löst Emotionen aus und hat direkten Einfluss auf unser Sozialverhalten. Daher ist fast selbsverständlich, dass nicht nur Schadstoffe unsere Gesundheit beeinflussen können, sondern auch Gerüche, insbesondere die unangenehmen, großen Einfluß auf unser Wohlbefinden haben können.

Diesem Zusammenhang trägt eine Empfehlung des Bundesumweltamtes Rechnung, in der die Einführung von Geruchsleitwerten zur Beurteilung von Gerüchen gefordert wird.